Weltenseele spricht in seinen Videos wiederholt die Themen: Fehldiagnose, Kauf-Diagnose, Selbstdiagnose oder Modediagnose an.

Man trifft zunehmend auf Leute, die sich vorstellen, dass eine Asperger-Diagnose für sie angemessen wäre. 

Wir sind auf dem Planeten Erde. Wir sind unter Menschen. Menschen sind toll und Menschen sind verrückt. Manche mehr, manche weniger. Manipulative Menschen kaufen vieles und zahlen für alles mögliche, wenn sie sich davon irgendeinen Nutzen versprechen. Mit anderen Worten: Es gibt schon mal grundsätzlich auf diesem Planeten nichts, was es nicht gibt. Fazit: Es GIBT natürlich auch gekaufte Diagnosen.
Wie viele, das kann ich nicht sagen.

Ich kann allerdings berichten, dass ich zunehmend mit Aspies im WWW zu tun habe, mit denen es mir noch schwer fällt überhaupt auch nur eine einzige Gemeinsamkeit zu finden.


Früher waren wir uns einig: Wir fummeln lieber zuhause an unserem Kram rum, gehen kaum aus dem Haus, schon gar nicht auf Parties und Festivals, wir haben unsere leicht zwanghaften Rituale, sind hoffnungslos ehrlich/direkt (und wissen, was das für Komplikationen bewirken kann) wir wirken auf andere „roboterhaft“ und überrational, wir „wirken“ empathielos – sind es aber nicht, wir haben ähnliche Probleme in der Schule/Beruf/Ausbildung, wir stoßen an ähnliche Grenzen, wir „verstehen“ uns halt irgendwie.

In den letzten Jahren heißt es auf einmal, dass das – was Apies früher verbunden hat – nur „Klischees“ sind und man auch als Partylöwe und Lügner ohne irgendwelche Interessen und mit großem Bekanntenkreis eine Asperger-Diagnose bekommen kann.

„Spezialinteresse Smalltalk“ oder „Spezialinteresse Open Air Festivals“ usw. Das klingt für mich absurd. „Habe keine Probleme zu Flirten und  eher übermaßig viele sexuelle Kontakte“, „Interessiere mich eigentlich für nichts so richtig“… hä????


Klar, man kann dies und das kompensieren und dazulernen. Man kann sich anpassen und einfügen.


Naja, das alles wäre mir ja noch egal. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er mit der richtigen Diagnose gezielt und wirkungsvoll Hilfe finden möchte oder mit einer „Modediagnose“ andere über sein wahres Wesen hinwegtäuschen möchte.

Aber das Problem ist, dass inzwischen Menschen, die ich kenne, die „echte Aspies“ sind von solchen Leuten in den sozialen Netzwerken angefeindet, gemobbt und gedisst werden und als „Klischee-Autisten“ bezeichnet werden. Das NERVT. Das ist sowas von absurd.

Ich bin noch nie auf die blöde Idee gekommen in Gruppen einzelnen Personen, die ich im Leben noch nie persönlich getroffen habe,  die Diagnose abzusprechen, weil ich das übers Netz gar nicht wirklich beurteilen kann oder andere wiederum als „Klischee-Autisten“ zu bezeichnen, wenn sie total offensichtlich alle Diagnose-Merkmale auch verkörpern.

Was sind das für Leute, die das machen? Wie irrrational ist dieses Verhalten? Mit Eigendiagnose, gekaufter Diagnose durchs Netz ziehen, sich als „Asperger-Autist“ darstellen und andere anfeinden? Das ist ein Problem! Es verzerrt das Bild dessen, was Asperger tatsächlich ausmacht und führt unseren Aufklärungs-Kampf ab adsurdum.

Wenn ich sämtliche Merkmale eines Apfels habe, bin ich nun mal kein „Klischee-Apfel“, sondern ein richtiger Apfel.

Und wenn ich sämtliche Merkmale einer Tomate besitze, dann bin ich halt ne Tomate und nicht „auch ein Apfel, nur individuell anders…“

2 Kommentare

  1. Für mich ist dieses Video sehr schwer einzuordnen. Aus meiner persönlichen Erfahrung widerspricht vieles dem was er anführt. Was nicht heissen muss, dass er falsch liegt.

    1. Klar, Menschen machen ganz unterschiedliche Erfahrungen … Dr. Peter Schmidt wurde immer wieder als Klischeeautist bezeichnet, er bekam zahlreiche Shitstorms, ich bekam das Label Klischeeautist auch schon ein paarmal…

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