Heute möchte ich mal über etwas sprechen, was offenbar regelmäßig passiert, wenn man Menschen sagt, dass man eine Asperger Diagnose hat. Das gestaltet sich für die meisten ein wenig anders, als bei Greta Thunberg. Sie hat Glück, denn sie hat Unterstützung. 

Alle reden vom Klima, aber wie ist es um das Betriebsklima bestellt? Oder um das zwischenmenschliche Klima? Können wir auch das retten? Dazu erzähle ich jetzt mal etwas Persönliches, was mich – ehrlich gesagt – gerade ziemlich perplex macht! 

Anscheinend stößt man offenbar irgendwann an Grenzen des Möglichen, Machbaren oder Überwindbaren, zumindest als  Lohnarbeiter in dieser Arbeitswelt. Als Aspie. Aber anscheinend nicht nur das: Diese Arbeitswelt ist auch für „normale“ Menschen häufig eine einzige Zumutung!

Ich arbeite derzeit hauptsächlich an einem eigenen Projekt. Daher kann und möchte ich nicht Fulltime „jobben“. Ein Zuverdienst kann aber nie schaden, dachte ich.

Ich habe hier, bei einem Kurs zur beruflichen Weiterbildung und Existenzgründung, eine Frau, die vom ersten Tag an von meiner Diagnose wusste, kennengelernt. Ich habe ihr alles über Asperger erzählt, bei einigen gemeinsamen Gesprächen in der Kantine und auch, als sie mich zu Hause besuchen kam. Im Rahmen des Kurses machte es Sinn, davon zu berichten. Ich konnte den übrigen Teilnehmern in einem kleinen Vortrag alles darüber erzählen. 

Wir hielten Kontakt und sie erzählte mir einige Monate später von einem neuen Job in leitender Position, bei dem sie sich großen neuen Herausforderungen stellen musste, denn sie hatte so etwas noch nie gemacht. Ich konnte ihr, als sie mich darum bat,  viele gute Tipps und Ratschläge erteilen, weil ich einst genau so einen Job innehatte. Sie konnte also von meinen Hilfestellungen sehr gut profitieren und rief mich wiederholt an, um sich von mir  Adressen, Infos und strategische Hinweise zu holen, die sie dann auch umsetzte. 

Tja, stellt Euch vor: Ich war jahrelang in Führungsposition beschäftigt. Das glaubt man heute kaum noch… Das war nicht leicht, aber es ging. Ich bekam diese Posten in jungen Jahren bereits, weil ich extrem fleißig und engagiert war im Rahmen von Neugründungen von Firmen von Leuten, die mich persönlich gut kannten. Ich denke, ich konnte auch überzeugen, weil ich die Dinge immer mit 100% und mehr getan habe. Wenn man für etwas „brennt“ und Menschen das merken, hilft einem das voran zu kommen. Man kannte mich immer schon als “anders“. Ich hab mich an meinen Arbeitsplätzen gut geschlagen und bin nie irgendwo raus geflogen. Außer einmal, als ich krank wurde, und es selbst nicht bemerkte. Ich war plötzlich nicht mehr in der Lage die frühere Leistung zu erbringen. Dem folgten eine jahrelange Odyssee durch über zwölf  Krankenhäuser und insgesamt sieben Operationen. 

Anderssein bedeutet nicht immer, dass man mit Ablehnung kämpfen muss, in der Kreativ-Szene wird sowas eher begrüßt. Anders zu sein, das bedeutet manchmal auch – das habe ich bei anderen beobachtet – dass man besonders gemocht wird. Und auch, dass man besonders polarisiert. Man wird selten „ganz nett“ gefunden. Entweder die Leute lieben oder hassen einen… 

Klar, es gibt immer wieder mal Leute, die einen nicht mögen, aber ich hatte nicht wirklich so große Probleme bei eher einflussreichen Leuten auch Gehör zu finden und akzeptiert zu werden. 

Aber von Asperger hat niemand was gewusst. War vielleicht besser so?

Ich weiß, es provoziert gewisse Menschen, wenn sich am Ende von vielen persönlichen Lernprozessen jemand hinstellt und sagt: „Das kann ich gut!“. Solange man sich klein macht, kommt immer einer an und sagt: „Du, du musst mehr an Dich glauben…“ Glaubt man dann endlich an sich selbst, dann wird man wieder völlig anders beraten: „Du musst echt Bescheidenheit lernen“ – Am besten man weiß, was man gut kann und bildet sich aber trotzdem nichts drauf ein. Man macht einfach das, was man gut kann und lässt die Finger von Dingen, die man weniger gut kann. 

Gesunde Selbsteinschätzung ist extrem wichtig für beruflichen Erfolg. Mit beruflichen Erfolg meine ich nicht Ansehen von Hans und Franz und die Option auf Designermöbel sondern: Ich kann meine Existenz mit dem, was mir Spaß macht, so sichern, dass ich keine schlaflosen Nächte habe, wenn meine Waschmaschine kaputt geht…

Da ich, wie gesagt, mit einem eigenen Projekt beschäftigt bin, reichte mir ein kleiner Nebenjob. Und weil oben genannte Bekannte genau für so etwas auf der Suche nach professionelleren Mitarbeitern war, erklärte ich mich bereit, an zwei Schichten die Woche bei ihr zu arbeiten. 

Leider nur zum Mindestlohn. “Leider können wir nicht mehr bezahlen!“ Sehr glücklich war ich darüber nicht, aber ich dachte mir: „Naja, sie weiß immerhin, dass ich Asperger habe, mag mich wohl und kann wohl damit umgehen, dann wird der Job zumindest irgendwie nett und entspannt werden… ist doch auch was wert…“

Nach meinem Dafürhalten kam ich sehr gut mit den Kunden klar. Es ging humorvoll und freundlich zu und das Feedback was ich persönlich erhielt, war doch sehr positiv. Ich bekam an manchen Tagen das Dreifache an Trinkgeld im Gegensatz zu meinen  jüngeren Kollegen, einfach, weil ich Erfahrung in dem Bereich hatte. Das fiel bald auf, doch anscheinend nicht nur angenehm. Denn trotz dieses “Erfolges“ (Das Trinkgeld wurde auch mit allen geteilt) fing meine „Chefin“  und die andere Kollegin an, an meiner Art im Umgang mit den Kunden herum zu gängeln. Und zwar ziemlich energisch. 

Man ließ mich plötzlich den ganzen Arbeitsplatz aufräumen, putzen, neu organisieren und strukturieren, übertrug mir eklige Reinigungsarbeiten (eine verschimmelte Kühltruhe säubern), die sonst keiner machen wollte. Ich ordnete alle Arbeitsmaterialien und beschriftete sie. 

Zusätzlich fragte man mich wiederholt (während der eigentlichen Arbeit, nach Feierabend und bei Telefongesprächen), wie man die Social-Media-Kanäle gestalten, texten, einrichten sollte, setzte das auch alles so um,  und lies mich  hilfreiche Informationen geben, die eigentlich nicht im Preis von 9,20 € pro Stunde enthalten sind, sondern auf dem freien Markt  mindestens 40 € pro Stunde wert sind. 

Aber, aus einem Gefühl freundschaftlicher Verbundenheit heraus, sah ich die Sache erst mal nicht zu eng, doch so step-by-step wurde mir dabei unbehaglich. 

Und zwar, deswegen: So fand ich drei Monate später zufällig heraus, bekam die Kollegin einen erheblich höheren Stundenlohn als ich. Und das, obwohl sie gar nicht ausgebildet war und diese Arbeit zum ersten Mal machte. Sie erzählte mir, dass sie ohne die fast 3,00 € (!!!) pro Stunde mehr, die sie ohne Vorerfahrung selbstbewusst einforderte, gar nicht erst angefangen hätte. Hat sie ja auch recht. Ich war nur perplex, dass man mir – mit 20 Jahren Berufserfahrung – dreist erzählt hatte, dass leider mehr nicht drin wäre…

Nun, sie hatte eine persönlich gute Verbindung zur Geschäftsleitung. Irgendwann nahm sie sich heraus, mich mehrfach unwirsch zu gängeln. Da sie sich aber fachlich nicht negativ über mich äußern konnte, störte sie sich an meiner Art und meinen Humor und wies mich wegen meines Verhaltens schulmeisternd zurecht, obwohl sie auch ein paar Jahre jünger war als ich. Ich erinnere: Ich war die mit dem höheren Trinkgeld. 

Ich hab dann gekündigt. 

Die Frage, die sich mir stellt ist auch: Warum kündigte man mir eigentlich nicht? Wenn meine Art angeblich so „rufschädigend“ ist, dass man mich nicht vor ein Publikum stellen kann, warum zum Geier schmeißt man mich nicht raus? Ganz klar: Niemand gibt einen nützlichen Idioten freiwillig wieder her. Ein nützlicher Idiot ist jemand, der viel mehr Potential hat, als man ihm glauben macht und den man sich daher billig halten kann. 

In der Arbeitswelt hat sich in vielen Bereichen die Haltung durchgesetzt, dass Asperger-Autisten als besonders zuverlässig und loyal gelten.  Viele Unternehmen stellen daher auch bewusst Asperger-Autisten ein. Dieses Image ist einerseits hilfreich, wenn man einen Job bekommen möchte, andererseits birgt es auch die Gefahr, dass mancher Arbeitgeber dabei verkennt, dass er es dennoch mit einem geistig zurechnungsfähigen Menschen zu tun hat und nicht mit einem „armen Behinderten“, dem er – in seiner grenzenlosen Menschenfreundlichkeit und Selbstlosigkeit –  eine Chance gibt. Ja, das Gefühl eine dieser „seltenen Chancen“ bekommen zu haben, führt bei einigen tatsächlich dazu, dass sie sich zu viel gefallen lassen. Damit sind sie manipulierbar. Daher schrauben sie ihre Ansprüche zurück. Daher tun und ertragen sie besonders viel, um zu beweisen, dass sie nicht nur „seltsam“ und „strange“ sind, sondern wertvolle Kollegen und Angestellte. 

Ich würde sagen, dass das, was mir da passiert ist, ganz und gar typisch ist für Menschen mit Asperger im Berufsleben.  Solche und ähnliche Geschichten musste ich den sozialen Netzwerken immer wieder lesen. Zahllose Beispiele kann ich nennen. 

Man fühlt sich irgendwie gut,  weil man denkt was für „Diversity“ im eigenen Betrieb getan zu haben, behandelt die Menschen aber nicht auf Augenhöhe! Jemand mit Asperger-Diagnose ist immer noch ein Mysterium? Kann er/sie mehr als ich? Bekommt er/sie vielleicht mehr Aufmerksamkeit? Sind wir doch mal ehrlich: Auch das spielt eine Rolle! 

Diese Welt ist voller Menschen mit Abhängigkeiten, Ängsten, Schuldkomplexen und Unsicherheiten, so dass es Leute gibt, die man leicht ausbeuten kann. „Selber schuld“, heißt es dann oft. Ach, ja? Ein Ausbeuter hat also jedes Recht einen Menschen zu benutzen, wie er lustig ist, und wer aus Existenznot oder – weil er die Sache gerne tut – erst mal „mitmacht“ ist der eigentliche „Selbst“-Schuldige, nicht derjenige, der seine Niedertracht nicht zügeln mag? Was für eine Heuchelei! 

Ein Glück war ich in der Lage zu gehen. Hätte ich vier Kinder und hohe Grundausgaben für mein Leben, hätte ich mich nicht so einfach dazu entschließen können. 

Was mich dabei besonders erschüttert: All das passiert auch bei Menschen, die sich dem „linken“ politischen Spektrum zugehörig fühlen. Sorry, das soll keine Lobeshymne auf Menschen mit „rechter“ Gesinnung werden, aber es deprimiert mich zunehmend, dass linke Lager zwischenmenschlich auch so extrem versagen. Setzen sich für hohe Ideale und „eine bessere Welt“ ein…  gehen untereinander aber nicht mit so hohen ethischen Ansprüchen um… 

Man braucht intrinsisch motivierte Menschen als untergeordnete Mitarbeiter, auf keinen Fall in ebenbürtiger Position? Wenn man jemanden nicht los werden kann, der fachwissender ist als man selbst, dann muss man wohl irgendetwas „Persönliches“ finden, um diesen Menschen seiner Glaubwürdigkeit vor Chef und Kollegen zu berauben. 

Das erzähle ich übrigens nicht  nur aus der Position als „Betroffene“, das habe ich auch selbst so beobachtet, als ich noch Chefin mit Personalverantwortung war: Gemobbt wurden nie die „schlechten“ Leute, sondern eigentlich die, die besonders engagiert und gut waren!  Ein Glück hab ich das irgendwann durchschaut, so dass ich verhindern konnte, dass meine gute Leute Zielscheibe von Neidhammeln und Konkurrenten wurden. Wenn ich diese Menschen verliere, dann schadet das mir und meinem Betreib!

Wer sich nicht jeden Schuh anzieht, den man ihm hinstellt, dem sagt man: Du kannst keine Kritik vertragen! – ABER: Es war gar keine Kritik! Kritik kann man an der Arbeitsmoral, am Fachwissen oder am Engagement üben! Gute, sinnvolle und wertvolle Kritik impliziert aber auch, dass man das Gefühl hat, der Kritiker möchte einem wirklich helfen Dinge für sich und die Gemeinschaft zu verbessern. Wenn ich also abfällig das Wesen meiner Kollegen in Frage stelle, dann mag ich sie eben einfach nicht. Das ist was auf der persönlichen, zwischenmenschlichen Ebene, das hat mit der Arbeit meist nichts zu tun. 

In unserer freien Welt darf man einen unterschiedlichen Sinn für Humor haben, man darf „anders“ sein und denken und niemand braucht sich dafür zu rechtfertigen. An einem Arbeitsplatz sollte man zuverlässig und engagiert sein, nur dafür ist man Rechenschaft vor anderen schuldig! 

Natürlich gibt es Autisten, die sind nicht “publikumstauglich”, aber die haben meist auch gar keinen Job je gehabt und sind in Therapie, haben schwere Probleme grundsätzlich im Alltag überhaupt zu überleben. 

Das Beschriebene ist für viele Asperger-Autisten der Arbeitsalltag in Deutschland. “Autismus light“ gilt einerseits als durchaus noch gesellschaftsfähig, andererseits aber auch als „psychische Krankheit“. Und bei Menschen mit „psychischen Erkrankungen“ scheint man zu meinen, dass man ihr Verhalten besonders überprüfen und maßregeln muss.  Ohne Kenntnis der „Diagnose“ traut man sich das vielleicht auch nicht so leicht. Ein Mensch, der einfach nur als „originell, weil anders“ gilt, der hat defintiv mehr Möglichkeiten deswegen ein gewisses Charisma zu entfalten, als derjenige, der den „Krank“-Stempel bereits aufgedrückt bekam…

Und täglich grüßt das Murmeltier: Ich dachte ernsthaft, jetzt, wo ich solche Muster durchschaut habe, passiert mir sowas nicht mehr. Aber es wiederholt sich immer wieder. Und langsam gebe ich auf zu glauben, dass es noch mal anders sein könnte. Wenn dann nur für einzelne, aber nicht grundsätzlich. Dazu müsste sich diese Gesellschaft drastisch verändern und umdenken. Das zwischenmenschliche Klima müsste sich grundsätzlich verändern und das würde für viele Menschen bedeuten festgefahrene Glaubenssätze abzulegen und zu überdenken. Ein philosophischer Wandel, den eine abhängige Gesellschaft wie diese sicher kaum leisten kann, denn sie zerstört nicht nur die Umwelt, sondern sich selbst.

Eine Gesellschaft voller Lemminge und Egos, nicht voller liebender und gesunder, selbstständiger, wacher und bewusster Menschen! Eine Gesellschaft, die sich an alberne und kleingeistige Konventionen hält, die sie selbst verachtet, aber lieber einhält, für eine zweifelhafte Karriere, das Ansehen und den kranken Neid von Leuten, die sie selbst nicht leiden können. Befinden wir uns tatsächlich in einer immerwährenden Opferrolle? Ich möchte das nicht. Ich denke, dass jeder Mensch zwar mal ein Opfer werden kann, aber mit einer „Opferrolle“ ist absolut niemandem geholfen.

Oder können wir mit Eigenverantwortung und wachem Geist ein souveränes und selbstbestimmtes Leben führen, ohne ausgebeutet und benutzt zu werden? Können wir das ändern, individuell und insgesamt? Individuell sicher ja – siehe Greta – gesamtgesellschaftlich wohl eher nicht – siehe Gesamtsituation für Autisten in Deutschland. Bevor alle wussten, dass ich Asperger habe, hat man mich gerne nach vorne geschoben und fand mich, als ich jung war, oft sogar besonders originell und publikumstauglich. Einer meiner früheren Chefs meinte sogar, ich solle im Namen des Unternehmens mit der Presse sprechen und es nach außen vertreten, genau wegen meiner “anderen“ Art. Das wäre erfrischend, unterhaltsam und nicht “krank“ oder “peinlich“…

Er hatte keinen Schimmer von Asperger. In keinem Job haben sich Kunden über mich beklagt, naja, oder zumindest nicht mehr als bei meinen Kollegen. Jedenfalls wurde mir nie eine Kündigung deswegen ausgesprochen, was ja wohl vielleicht sicher mal passiert wäre, wenn mein Auftreten so herausragend unangenehm gewesen wäre. 

Wer beschwert sich statt dessen? Kollegen, mit denen ich vielleicht zu wenig persönlich und vertraulich geplaudert und Intimitäten ausgetauscht habe. Denen ich irgendwie „fremd“ geblieben bin, weil ich mich oft distanziere. Das würde „arrogant“ wirken, hat man mir auch mal gesagt und das tut mir aufrichtig leid, ich kann es aber nicht ändern. Mich treibt das in eine Zwickmühle: Erzähle ich von Asperger, dann würden sie DAS vermutlich verstehen, vieles andere aber nicht. Täte ich mir damit wirklich einen Gefallen? Oder mache ich damit alles nur noch komplizierter? Hätte ich nach meinem „Outing“ mit Stigmata zu dealen, die mir eher schaden als helfen? Schwer pauschal zu beantworten, trotzdem alles schon erlebt, besonders auch von anderen gehört…

Ich habe mich auch immer wieder gefragt, wenn andere sowas berichteten, ob sie halt einfach Pech gehabt haben, und beim nächsten Mal wird es bestimmt besser. Aber es scheint – nach meinem aktuellen Dafürhalten ein klassisches Muster zu sein, dessen Problematik tief verwurzelt in der menschlichen Psyche ist.  Über 20 Jahre hab ich gebraucht, um zu diesem Entschluss zu kommen. Es hat mir alles viel Kopfzerbrechen bereitet.

Daher meine Frage: Was kann man endlich dagegen tun, dass das passiert. Was kann man dafür tun, damit es nicht passiert?

Was kann man machen, damit nicht in dieser Gesellschaft intelligente und fähige Menschen resignieren und sich völlig zurückziehen? Damit stehen ihre Fähigkeiten, ihre Leidenschaft und ihr Engagement dieser Welt und dieser Gesellschaft nicht mehr zu Verfügung. 

Über 80 % aller hoch- und höchstbegabten HFA/Asperger Autisten (IQ 130 < ) sind teilweise arbeitslos oder arbeiten in Deppen-Jobs – sorry, wenn ich das so sage – in Behindertenwerkstätten. 

Einzelne, inklusive mir, schaffen es sich hin und wieder aus dieser ungünstigen Situation zu befreien, und zwar indem sie komplett verschweigen, dass sie Autisten sind und stattdessen ein beinahe Hollywood-reifes Schauspiel abziehen, das bis hin zur völligen Selbstaufgabe gehen kann und oft im Burnout endet. Greta Thunberg kann wahrlich nicht als Parade-Beispiel für alle Asperger Autisten dienen und die Reizüberflutung, der sie sich täglich aussetzt, ist immens. Aber vermutlich kann sie das gut kompensieren, weil sie sich auf EIN Thema konzentriert.

Henry Markram beschreibt hier sehr gut, wie sich das anfühlt: „Gehirnüberfunktion?“

Die Frage beim Thema Inklusion ist also: Wer passt sich wem an und wer geht auf wen dabei wie zu? Einseitig kann das nicht funktionieren.

Der Irrsinn dabei: Man passt sich allgemein heute zunehmend an eine Welt und Gesellschaft an, die ihrerseits überhaupt nicht gesund ist. Und in der sich auch “normale“ Menschen zum großen Teil überhaupt nicht wohlfühlen.

Das stelle ich zur Diskussion 

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PS: Ich hab eine gespaltene Meinung zu diesem meinem eigenen Beitrag. Er ist in weiten Teilen bitter… Ich hab ihn mir mal irgendwann von der Seele geschrieben und er entspricht immer noch nicht so ganz meinem eigentlichen Anspruch an eine saubere Form und Analyse… ich hab ihn aber trotzdem jetzt mal online gesetzt, bitte schreibt mir, was ihr denkt..

3 Kommentare

  1. Hallo ich bin 31 Jahre jung und auch Autist. Kenne die benannten Probleme. Ich wohne in Ost Westfalen. Ich bin depressiv und von h4 lebend.soll nun eine massnahme machen. Grüße Alex n.

    1. Welche Maßnahme denn? Falls Dir selbst etwas einfällt, was Du tun kannst, dann musst Du nicht das machen, was das Jobcenter Dir vorschlägt. Vielleicht findest Du ja eine interessante Weiterbildung, die Dir wirklich was bringt… das Jobcenter macht immer denn solche „Maßnahmen“, wenn man Ihnen nicht selbst sagt, was man machen will… dann denken die sich halt was aus und das ist dann aus der Sicht der Betroffenen nicht immer das Beste oder Richtige…

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